Bäume richtig beschneiden

Der Baumschnitt wird aus verschiedenen Gründen durchgeführt. Die Gewinnung von Nutzholz ist die radikalste Variante. Hierbei wird meist der ganze Baum entfernt. Dies findet idealerweise in der Zeit zwischen Weihnachten und 3-Königstag, also Mitte Dezember bis 6. Januar statt. In dieser Zeit sind die Lebenssäfte der Bäume ganz ins Wurzelreich zurückgezogen, das Holz ist also trocken. Das hat den Vorteil, dass sich das Bauholz wenig wirft, sehr widerstandsfähig ist und deshalb kaum behandelt werden muss. Bauholz, dessen Schlag nach dem Mondstand berechnet wurde, nennt man Mondholz. Ihm sagt man sogar nach, dass es nicht brennen kann.

Bei der Beschneidung von Bäumen geht es jedoch um eine Korrektur des Wuchses. Auch hier wird größten Teils im Winter gearbeitet, damit der Baum nicht ausbluten kann. Das ist auch ein Grund, warum alle größeren Schnittstellen mit Baumwachs abgedichtet werden.
Entfernt wird alles tote Gehölz, also Äste, die schon in der letzten Vegetationsphase kein Leben mehr in sich hatten. Außerdem werden Wassertriebe entfernt. Das sind steil nach oben wachsende Ausläufer, die keine Früchte tragen werden. Nun beginnt die Feinarbeit. Äste, die nach innen, also zum Stamm hin ausgerichtet, wachsen werden, werden ebenfalls gekürzt. Hierbei ist darauf zu achten, dass 1 cm über einem nach außen gerichteten Auge geschnitten wird. Bei Obstbäumen werden abgetragene Äste ebenfalls entfernt. Hierbei handelt es sich um jene Äste, die durch die Last der bereits geschaffenen Fruchterträge in Richtung Boden weisen. Hier kann der Saft nicht mehr gut aufsteigen. Aufgerichtete Äste können leichter gesunde Früchte hervorbringen.

Sommerschnitt bezeichnet den Schnitt während der Vegetationsphase. Dies geschieht vorzugsweise Ende Mai, Anfang Juni. Hierbei wird die Wuchsform reguliert. Bei Hecken oder formorientiert gestalteten Bäumen wird nach Austrieb alles gekappt, was zu weit nach außen wächst. Bei Obstgehölzen werden zu üppig geratene Fruchtstände ausgelichtet, damit sich die wachsenden Früchte nicht gegenseitig im Wuchs behindern.

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